Teamfähig, weltoffen, Informatik-affin: NAT-Abiturienten 2019
16.05.2019

Teamfähig, weltoffen, Informatik-affin: NAT-Abiturienten 2019

NAT-Profil gewählt, Abi gemeistert und dann? Die Initiative NAT hat Absolventen naturwissenschaftlich-technischer Profile, kurz NAT, um eine Bewertung ihres Profils, eine Selbsteinschätzung ihrer „Digital Skills“ und einen Ausblick auf ihre Zukunftspläne gebeten. An der anonymisierten Umfrage haben 215 Abiturienten aus 20 Hamburger Schulen teilgenommen, darunter 72 Schülerinnen – und das allein sei schon ein Erfolg, findet NAT-Geschäftsführerin Sabine Fernau. „Bei unserer letzten Erhebung mit einer vergleichbaren Datenlage haben sich weit weniger Mädchen beteiligt.“ Damals betrug der Frauenanteil 23 Prozent, heute liegt er zehn Prozentpunkte darüber. „Das ist ein weiterer Indikator dafür, dass der Anteil an Schülerinnen in NAT-Profilen insgesamt steigt.“ Und sei zudem, so Fernau, eine schöne Bestätigung für das Programm mint:pink und sein Ziel: fünf Mädchen ins NAT-Profil! „Wir sind auf einem guten Weg!“

Einblick: Sind Hamburgs Abiturienten zukunftsfit?

Auf einem guten Weg in die berufliche Zukunft sehen sich auch die Abiturienten selbst: So fühlen sich 74 Prozent der Befragten gut bis sehr gut vorbereitet auf die berufliche Zukunft. Dafür bringen die Jugendlichen dreierlei mit: Erstens Technologiekompetenz, insbesondere logisches und strukturiertes Denken (91%), seltener Verständnis von Algorithmen (41%) oder gar Programmierkenntnisse (28%). Zweitens Medienkompetenz, wenn es um die Relevanz von Informationen (97%) oder gar die Richtlinien beim Daten- und Urheberschutz geht (58%). Drittens soziale Kompetenzen: Als offen für Neues bezeichnen sich 97 Prozent, als teamfähig 93 Prozent der Befragten. „Wenn die Antworten so stimmen, brauchen wir uns um die Zukunft der Jugendlichen keine Sorge machen“, sagt Sabine Fernau. Überrascht hat sie der Imagewandel, auch gerade bei den männlichen NAT-Profilschülern: „Das Nerdige nimmt ab, der Teamgedanke gewinnt“!

Rückblick: Gute Noten für NAT-Lehrer

Das trifft sich gut mit der neuen Arbeitsweise in Informatik, Start-ups und einer Gesellschaft auf dem Weg in die Digitalisierung: Experimentelles Vorgehen in interdisziplinären Teams ist gefragt – und macht in NAT-Profilen Schule. Das selbständige Arbeiten (90%), die Arbeit in Projekten (81%) und den sozialen Zusammenhalt (80%) bewerten die Abiturienten als gut bis sehr gut. Zweidrittel loben die Studien- und Berufsorientierung im Profil, wobei Angebote außerschulischer Partner nach wie vor gefragt sind: 87 Prozent der Befragten haben mindestens eine Hochschule, ein Unternehmen, ein Schülerlabor oder das Angebot einer Organisation wie der Hacker School besucht. Das Ergebnis für das Profil: Es erreicht im Schnitt die Note „1,9“ und ist damit richtig gut, findet Sabine Fernau: „Wenn man überlegt, dass hier Schüler ihre Lehrer bewerten ist alles unter Zwei eine Supernote.“

Ausblick: Informatik gewinnt

In ihrem Profil, bei außerschulischen Kontakten und in Projekten haben diese Schüler NAT-Themen mit der eigenen Lebenswelt verknüpft – wie ihre Studienwahl zeigt: 66 Prozent wollen in jedem Fall ein MINT-Studium aufnehmen. Dabei sind die Ingenieurwissenschaften (36%) am gefragtesten – vor der Informatik (17%) „Vor vier Jahren lag die Option für das Studienfach Informatik noch bei zehn Prozent – das ist eine signifikante Steigerung“, lobt Fernau. Damit auch zukünftig mehr Schüler und vor allem Schülerinnen „Computer Science“ wählen, will die NAT-Chefin die Coding-Programme etwa bei mint:pink ausbauen. „Unser Umfrage hat gezeigt, dass 86 Prozent der Mädchen ihre Programmierkenntnisse geringschätzen – einfach aus Mangel an Erfahrung!“ In direktem Kontakt etwa mit Start-ups ließen sich dagegen gerade Mädchen vom neuen Image der teamfähigen Nerds begeistern, hat Fernau festgestellt. Das dürfte erst recht für die Praxis gelten. Im neuen NAT Begabtenprogramm mint:pro wollen die Jugendlichen potenzielle Seenotopfer mit Drohnen retten. Ein Team sorgt dabei für Licht (Scheinwerfer-Drohne), eines für die Bildübertragung (Kamera) eines für die Rettung selbst (Seilwinde) – nur gemeinsam stemmen sie die Aufgabe!

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