Nutze die Kontakte: Alumnae begleiten die mint:pink Kettenreaktion
28.02.2019

Nutze die Kontakte: Alumnae begleiten die mint:pink Kettenreaktion

Klassenübergreifender Austausch am Tisch der Sankt-Ansgar-Schule: Izabella, zehnte Klasse, trifft Julia, neunte Klasse im Atrium der ECE. „Du bist doch auch in der naturwissenschaftlichen Klasse. Seid ihr da auch so wenige Mädels?“, will Izabella wissen. „Nur ein Mädchen weniger als Jungs“, sagt Julia. „Echt? Bei uns stand es 5:20!“ Julia zuckt mit den Schultern. Die 15-Jährige will später auf jeden Fall einen MINT-Beruf wählen, egal ob der nun eine Männerdomäne ist oder nicht. Von ihrer Teilnahme am Programm mint:pink erhofft sie sich mehr Klarheit: „Es gibt ja viele Verzweigungen in den MINT-Fächern. Ich möchte erfahren, worauf ich mich spezialisieren kann und was es da für Firmen gibt.“ Das ist das Stichwort für Izabella. „Das ist das einzige Programm, wo du in nicht mal einem Jahr fünf bis sechs Firmen kennenlernst. Nimm immer Visitenkarten mit, frag die Leute direkt, nutze die Kontakte“, rät die 16-Jährige.

Ein Hoch auf die Mädchen

Izabella ist keine NAT-Mitarbeiterin und damit auch nicht an der Organisation des Mädchen-Mutmach-Programms beteiligt. Sie wurde auch nicht eigens geschult. Sie ist eine Teilnehmerin aus dem letzten Jahr, die ihre Erfahrungen gerne weitergibt. Deshalb hat sich die angehende Physikprofilschülerin auch bereit erklärt, sich von Moderator Johannes Büchs vor Eltern, Lehrern, Gästen und natürlich den 250 neuen mint:pink Schülerinnen befragen zu lassen. Zusammen mit Caja vom Gymnasium Harksheide. Die 15-Jährige hat sich für das Bio-Chemieprofil entschieden. Vorher geht sie aber noch für ein Jahr nach Neuseeland – an eine Mädchenschule. „Ich kann mit Mädchen richtig gut zusammenarbeiten, die Arbeitsatmosphäre ist einfach besser.“ Auch eine Lehre aus mint:pink.

Keep it simple

Vor dem offiziellen Programm bauen die Mädchen eine Reaktionskette aus rollenden Bällen, kippenden Waagen oder fächelnden Ventilatoren auf. Mindestens drei Impulse pro Tisch, lautet die Vorgabe. Das macht bei 36 Tischen 108 Impulse. Izabella erinnert sich daran, als wäre es gestern gewesen. „Wir sind erst mal an die Materialtische gestürmt, haben alles Mögliche gebunkert, ohne Plan. Erst in der letzten halben Stunde haben wir so richtig angefangen zu bauen.“ Beim Hamstern seien die Schülerinnen zurückhaltender als Erwachsene, findet William Ahland. Der Mitarbeiter des Event-Dienstleister Bitou ist dafür verantwortlich, dass die Kettenreaktion am Ende funktioniert, ohne selbst zu sehr einzugreifen. Beim Gymnasium Harksheide ist das auch gar nicht nötig. Die Schülerinnen sind schon fertig. Cajas Tipp hat geholfen: „Nicht so viele Dinge unterbringen, konzentriert euch auf die drei Impulse.“

Fragen, bis der Ingenieur kommt

Aber jetzt muss die Schülerin selbst ran. Auf der Bühne erzählt Caja von ihrer mint:pink Lieblingsstation: „Die Mischung aus Bio und Physik am Biomechanischen Institut der Technischen Universität entspricht genau meinen Interessen.“ Izabella fand den Besuch bei Airbus am besten. „Das ist nicht abgesprochen?“, fragt Büchs mit Blick auf CTO Grazia Vittadini, die den Programmstart begleitet. „Nein, ein Herr hat uns in Bremen herumgeführt, der wusste wirklich alles, wir konnten so viel fragen, wie wir wollten.“ Der „Herr“ steht ebenfalls im Atrium, es ist Diplomingenieur Götz Anspach von Broecker. Von seinem Besuch in der ECE wusste Izabella nichts. Eine gute Gelegenheit, den Kontakt aufzufrischen. Am Ende fehlt der Zehntklässlerin noch eine Visitenkarte. Nur: Der Vorrat von Grazia Vittadini ist erschöpft. Die Ingenieurin wurde schon von anderen Schülerinnen befragt. Ganz so wie es Izabella selbst empfohlen hatte: „Nutzt die Zeit bei mint:pink!“

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