Das große Flattern: Abschluss der mint:pro Drohnenprogrammierung an der HCU
10.09.2019

Das große Flattern: Abschluss der mint:pro Drohnenprogrammierung an der HCU

Es ist nur ein schmales Sicherheitsband, doch auf dem Vorplatz der HafenCity Universität HCU trennt es Welten: Dahinter stehen die Gäste, etwa der Vizepräsident der HCU Harald Sternberg und NXP Technikchef Lars Reger, reden, lachen, klatschen. Davor, weit jünger, angespannter und konzentrierter, beugt sich eine Gruppe von Schülern über Drohnen, Steuerungsgeräte und Bildschirme. Verbindet sich der Computer mit der Drohne, ist die große Frage, die junge Gesichter ernst werden lässt. Mathilda strahlt dennoch: „Ich mache hier mit, weil ich ein großes Interesse am Programmieren habe und es ist angenehm, mal mit Hardware zu arbeiten“, sagt die 18-Jährige. Angenehm? Es ist vor allem anspruchsvoll, wenn Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren eine für sie neue Programmiersprache lernen („C“), mit einem neuen Betriebssystem („Linux“) arbeiten und ein Programm zur Kalibrierung und Kontrolle von Drohnen („QGroundControl“) bedienen sollen.

Fürs (Start-up-)Leben gelernt

Von den „Vorarbeiten“, dem Zusammenbau der Drohne aus vielen Einzelteilen und der Umsetzung einer sinnvollen Anwendung mal ganz zu schweigen. Aber mint:pro wäre kein Begabtenprogramm für technisch versierte Schüler, wenn es nicht auch herausfordernd wäre, wie Sabine Fernau in ihrer Begrüßung erklärt. Die NAT Geschäftsführerin macht den Anfang vom mint:pro Abschluss. Ein halbes Jahr haben sich Mathilda vom Gymnasium Lohbrügge und ihre Teamkollegen vom Luisengymnasium neben der Schule getroffen, gelötet, programmiert und Fehler gesucht, um eine Drohne zu bauen, die einem Schiffbrüchigen auf hoher See Licht spenden könnte. „Man muss viel Geduld haben und gut googeln können“, sagt Madita. Die Rahlstedterin gehört zum Team „Kamera“, mit der Bilder vom Einsatzort übermittelt werden. Schließlich gibt es noch das Team „Seilwinde“, das den Schiffbrüchigen erstversorgt.

Auf Zukunft programmiert

Drei Teams, drei Dohnen, eine Idee. Sie stammt von Lars Reger. „Wirklich wichtige Sachen mit Drohnen machen“, lautet das Credo des NXP Technikchefs, die er mit der Faustformel „Drohnen auf den Tisch und gemeinsam ans Werk“ an den Anfang der mint:pro Drohnenprogrammierung setzte. Gemeinsam heißt, NXP schickte ihren jungen Softwareentwickler Leutrim Mustafa ins Rennen, NAT die promovierte Mathematikerin Lana Casselmann und HCU Elektrotechniker Kay Zobel: „Ich fand es sehr gut, wie die Schüler sich da durchgebissen haben“, sagt der Hochschullehrer. Zobel weiß, wovon er redet. Als er vor acht Jahren seine erste Drohne für das Vermessungswesen neben dem Hochschulbetrieb zusammenbaute, hat das drei Wochen gekostet. „Man muss viel lesen und ausprobieren. Die Schüler haben das wirklich toll gemacht!“ Dass gerade das jüngste Team zur „Vorreitergruppe“ wurde, ist ja vielleicht ein gutes Signal an die Zukunft: „Die würden wir später gern als Studierende bei uns begrüßen.“

Für Luftrecht und Navigation geschult

Die jüngsten Drohnenprogrammierer Hannes und Daniel vom Friedrich-Ebert-Gymnasium sind 15 Jahre alt. „Wir haben das alles zum Laufen gekriegt“, sagt Hannes. Umso mehr Spaß macht es natürlich, wenn die eigene Drohne autonom fliege. „Das ist cool anzugucken.“ Aber das geht am GPS-armen Himmel über der HCU nun einmal nicht. Teamkollege Finn steuert die Transportdrohne mit Seilwinde daher von Hand. Einmal eine Wasserflasche quer über den Vorplatz der HCU geflogen und zurück. Elbblick muss in diesem Fall genügen, weiß Finn. Mit Luftrecht und -navigation kennt er sich aus – wie auch alle anderen mint:pro Teilnehmer, die im Frühjahr den Flugführerschein bestanden haben. Finn musste nur noch seinen 16. Geburtstag abwarten, um auch das Dokument in den Händen zu halten. Für die Übergabe überwindet Schulungsleiter Ralf Jansen das trennende Sicherheitsband und gratuliert: „Damit kannst du jetzt richtig auftrumpfen.“ Und das gilt für alle anderen mint:pro Teilnehmer genauso.  

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